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Square Foot Gardening
/ Quadratgarten / Gärtnern im Quadrat / Quadratgärtnern
- große Vielfalt auf kleinster Fläche
Der
Amerikaner Mel Bartholomew, prominenter Bauingenieur und Erfinder
des Square Foot Gardening, begleitete Anfang der 1980-er Jahre
längere Zeit ein Kleingartenprojekt. Damals selbst noch Anfänger,
beobachtete er, wie die Gärtner jedes Frühjahr mit Feuer und
Flamme ihre Gemüsebeete bestellten, indem sie mit schwerem Gerät
den Boden umgruben und dann viel zu großflächig Reihenbeete
formten, in der Mitte eine lange Furche zogen, um sogleich eine
ganze Samentüte Saatgut darin verschwinden zu lassen. Allein das
Vereinzeln danach war so mühsam, dass die meisten Gärtner bereits
nach wenigen Wochen den Überblick verloren. Bald wuchsen nicht nur
dutzende Salatköpfe und hunderte Karotten auf einmal heran, auch
das Unkraut auf der ungenutzten Fläche links und rechts der
Furchen wucherte und war nicht mehr zu bändigen. Dann kam
der Sommer, und man hatte auf einmal Besseres zu tun, als Unkraut zu jäten.
So war das
Frühjahrs-Gartenfieber bald Vergangenheit und der ganze Garten ein
einziges Schlachtfeld. Als Mel die Leute
fragte, warum sie das so machten, bekam er die Antwort: weil wir
das schon immer so gemacht haben, so haben wir es gelernt!
Mel meinte, das
ist ja verrückt, da macht Gärtnern doch gar keinen Spaß! Prompt
kam die Antwort: Gärtnern ist auch kein Spaß, sondern harte
Arbeit! Aber sein eigenes
Gemüse zu ernten sollte doch eigentlich viel Freude bereiten - nein, das
musste einfach besser gehen! Mel
fing an, den konventionellen Reihengarten zu hinterfragen...
Sein Fazit:
"Too much and too big",
also zuviel und zu groß. Damit meinte er die Gärten, die für
den normalen täglichen Bedarf an Gemüse und Salaten meist viel zu
groß waren. Entsprechend zeitaufwendig war die Gartenarbeit und
eine Ernteschwemme unvermeidbar. Seine Überlegungen:
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Warum lange und breite Beete anlegen, aber nur in der Mitte
der Reihe säen und pflanzen?
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Warum
ein Pflanzabstand von 30 cm für z.B. Erdbeeren, aber ein
doppelt so großer Reihenabstand? Das mag für den Bauer Sinn
machen, der seinen Traktor zwischen den Reihen fährt. Im
Heimgarten werden keine Maschinen eingesetzt, warum also die
Beete wie die
Felder eines Bauern anlegen? Na, weil man es schon immer so
gemacht hat!
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Warum die
Fläche einer ganzen Reihe düngen und wässern, wenn die Pflanzen
nur in der Mitte wachsen? Da wächst außer Gemüse noch:
richtig, Unkraut!
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Warum steht
auf der Samentüte, den gesamten Inhalt auszusäen, um
danach 80 Prozent der Sämlinge wieder ausdünnen zu müssen?
Warum nicht gleich im optimalen Pflanzabstand säen oder
pflanzen? Moderne Samenbänder machen es heute vor, trotzdem
haben auch sie viel zu viele Pflanzen auf einmal. Was für
eine Verschwendung kostbaren Saatguts. Die Saatgutfirma freut's!
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Warum
überhaupt große Mengen einer einzigen Gemüsesorte anbauen?
Will man wirklich 30 Köpfe Blumenkohl oder
Brokkoli innerhalb kürzester Zeit essen? Einmal pro Woche wäre
ja schon recht oft.
So viele
Fragen.... als Resultat heraus
kamen radikal gekürzte Reihen, bis nur noch 30 cm Länge mal
Breite übrig blieben, also 12x12 "inches" oder 1"square foot". In diese
eine Parzelle passen genau 1, 4, 9, oder 16 Pflanzen, je
nach Größe der Sorte oder nach dem notwendigen ringsum Abstand,
um gesund wachsen zu können. Die Pflanzen sind eingeteilt in small (z.B.
16 Radieschen), medium (z.B. 9 x Buschbohnen), large
(z.B. 4 x Pflücksalat), und extra large (z.B. 1 x Blumenkohl). Es gibt
wenige Ausnahmen, die etwas mehr Platz benötigen (z.B. Spargel
2 pro 4 Quadrate), aber auch diese
Pflanzen gedeihen wunderbar im Quadratgarten. Sie werden
sehen!
Mel teilte
dann ein 120 cm x 120 cm großes Beet in 16 Quadrate ein. Warum
gerade diese Beetgröße? Nun, er beobachtete bei seinen
Hobbygärtnern auch, dass sie erst den Boden auflockerten, dann
aber wieder auf die Beete treten mussten, um das Unkraut zu
jäten. Der Gartenboden wurde hart und wasserundurchlässig, und
so musste man regelmäßig hacken, um den Boden erneut zu
lockern. Das empfand er als ebenso sinnlose
Beschäftigung wie das Unkrautjäten. Aber ein Beet, das bis zur
Mitte hin nicht tiefer ist als eine durchschnittliche
Armeslänge (ca. 60 cm), das könnte man mühelos bearbeiten,
ohne auf die kostbare Erde zu treten. So bleibt diese immer
locker und krümelig - das Umgraben und Hacken des Gartenbodens
wurde auf einmal überflüssig!
Bald war das
Konzept des Square Foot Gardening geboren.
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